SAPV – was ist das?

Was ist SAPV?

„SAPV“ bedeutet Spezialisierte Ambulante Palliativmedizinische Versorgung. SAPV ist eine medizinische Versorgungsform für schwerstkranke Menschen am Lebensende. Sie soll ermöglichen, dass diese Menschen in ihrer gewohnten Umgebung, in der Regel in der Häuslichkeit, den letzten Abschnitt ihres Lebens verbringen und dort auch sterben können.

Die Versorgung wird hauptsächlich von speziell ausgebildeten Palliativpflegefachkräften und Ärztinnen und Ärzten mit der Zusatzqualifikation „Palliativmedizin“ erbracht. Dieses sogenannte Kernteam bezieht bei der Patientenbetreuung so weit wie möglich die Angehörigen mit ein und arbeitet im Bedarfsfall u.a. mit Haus- und Fachärzten, Physiotherapeuten, Seelsorgern, Psychologen und ehrenamtlichen Hospizhelfern zusammen. Somit kann ein individuell zugeschnittenes Versorgungsnetz gebildet werden. Die dafür notwendigen Abstimmungen werden von KoordinatorInnen der SAPV geleistet.

Bei Beginn der Betreuung wird ein auf die Wünsche und Vorstellungen des Patienten zugeschnittener Versorgungsplan aufgestellt, der alle o.g. Helfer in die Patientenversorgung mit einbindet.

Organisation der SAPV

Vereinfacht dargestellt, wird die SAPV durch regional tätige PCT (Palliative Care Teams) organisiert. Im Regelfall sind in einem Landkreis oder einer größeren Stadt ein oder mehrere PCT tätig. Die palliativmedizinischen Leistungen am Patienten werden von palliativmedizinischem Personal (s.o.) erbracht, die direkt am PCT angestellt sein können oder mit ihm über Kooperationsverträge verbunden sind.

Rechtliche Grundlagen

Der SAPV-Versorgungsauftrag des Gesetzgebers geht nicht an
die kassenärztliche Vereinigung, sondern an die Krankenkassen. Aufgrund der §§
132d Abs. 1 und 37 b SGB V werden zwischen Kostenträgern und
Leistungserbringern Direktverträge verhandelt.

Nach §92 Absatz 1 wird die Ausgestaltung der gesetzlichen
Vorgaben vom GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen gemäß §
217a SGB V) empfohlen. Diese Empfehlungen werden in der Versorgungspraxis
ausgewertet und regelmäßig anpasst – zuletzt in der Fassung von 05.11.2012.

Zum 01.01.2019 wurde das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz
(PpSG) verabschiedet. Hierin wird in Artikel 7 der § 132d SGB V neu geregelt.
Der Spitzenverband der Krankenkassen vereinbart zurzeit mit den maßgeblichen
Spitzenorganisationen der Hospizarbeit und Palliativversorgung auf Bundesebene einen
einheitlichen Rahmenvertrag über die Durchführung der SAPV nach den Richtlinien
des § 37b Absatz 3. Die Verhandlungen über den einheitlichen Rahmenvertrag
sollen zum 30.09.2019 abgeschlossen sein. Dabei gilt es u.a. die sächlichen und
personellen Anforderungen an die Leistungserbringer, Maßnahmen zur
Qualitätssicherung und die wesentlichen Elemente der Vergütung festzulegen.

Wer bekommt SAPV?

§ 37b SGB V
gilt für gesetzlich Versicherte: „Versicherte mit einer nicht heilbaren,
fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer zugleich
begrenzten Lebenserwartung, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen,
haben Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung. … Dabei
sind die besonderen Belange von Kindern zu berücksichtigen.“ Die Privatkassen
können ähnliche Leistungen mit den Privatversicherten vereinbaren.

Nach den
Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit
SAPV insbesondere dann gegeben, wenn sie wohnortnah stattfinden muss und durch
die allgemeine Palliativversorgung nicht gewährleistet werden kann.